Gesammelte Caravangos

63151 Was sind Caravangos?

 

Auf den Spuren der Vergangenheit Teil:5 

Auf den Spuren der Vergangenheit Teil:5
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Beschreibung:

Auf den Spuren der Vergangenheit Teil:5

Jetzt am 30. August sollte es nach Melfi, in der Region Basilikata in Süditalien gehen, dort wollte ich einige alte Freunde besuchen, welche ich knapp 20 Jahre nicht mehr gesehen hatte, mit denen ich aber immer noch im regen Briefverkehr stand. Melfi ist eine Gemeinde in der Provinz Potenza in der italienischen Region Basilikata. In Melfi werden Reben für den Rotwein Aglianico del Vulture angebaut. Melfi wurde am Fuße des Monte Vulture an dem Fluss Melpes gegründet. Das genaue Gründungsjahr ist unbekannt. Aus dem 8. und 9. Jahrhundert sind Reste von Siedlungen gefunden worden.Image Zur Zeit der Longobarden wurde Melfi befestigt. Der Ort entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum. 1037 wurde Melfi Bischofssitz, 1041 Zentrum von Apulien und Kalabrien. 1059 wurde von Papst Nikolaus II das Konzil von Melfi einberufen.

Melfi wuchs weiter und die Stadt erhielt eine neue Stadtmauer mit fünf Toren. In der Stadt wurden Kirchen gebaut, so die Kathedrale im 11. Jahrhundert.

Kaiser Friedrich II machte Melfi zu seiner Sommerresidenz und erließ in der Stadt 1231 die Konstitutionen, eine Gesetzessammlung.

Im 19. Jahrhundert wurde der Ort saniert. 1930 zerstörte ein Erdbeben Melfi.

Melfi liegt in etwa 550m Höhe und hat ca. 17.500 Einwohner.

In dieser Stadt Melfi habe ich von Anfang 1992 bis Ende 1995 gelebt, bzw. gewohnt, damals baute unsere Firma im Umland von Melfi ein neues Autowerk für den FIAT-Konzern.Image

Melfi besteht aus einer Altstadt, mit Burg, Dom und fast kompletter Stadtmauer, alles auf einem Hügel gebaut, dazu die Neustadt am Fuße des Hügels. Während damals alle Kollegen in der Neustadt wohnten, wollte unser damaliger Vermieter, das ich als Baustellenleiter bei ihm wohnen müsse, dazu baute er extra für mich eine Einliegerwohnung in sein tolles Haus mit ein. Der Vermieter war damals ein wohlhabender Geschäftsmann der Stadt Melfi und Umgebung, unzählige Häuser und Geschäfte gehörten ihm, überall hatte er irgendwie seine Hände im Spiel.

Da ich Melfi und damit die Verkehrswege gut kannte, war für mich klar, nicht mit dem Wohnmobil dort hin zu fahren, die engen Gassen waren nur mit Kleinwagen zu befahren. Auch ließ es mein Freund Alfredo Perillo nicht zu, das seine Gäste im Wohnmobil schlafen würden, nein dafür hatte er mehrere Gästezimmer im Haus, also blieb das Wohnmobil auf den sicheren Campingplatz Riva Nuova. Mein ehemaliger Dolmetscher und Freund Nazareno Brandimarti hatte sich angeboten, er wohnte nur 85 km vom Campingplatz entfernt, uns mit seinem PKW nach Melfi zu fahren, auch er wollte Melfi gerne wiedersehen.Image

So fuhren wir dann zu dritt vom Campingplatz in Richtung San Benedetto del Tronto, dort auf die Autobahn E55, um dann nach Pescara und weiter nach Foggia zu fahren. Wir hatten wenig Verkehr auf der Autobahn, bei Foggia wurde noch eine Kaffeepause eingelegt, dann ging es auf der Staatsstraße SS655 weiter nach Melfi. Jetzt hatten wir allerdings starken LKW-Verkehr, hier war die Tomaten-Ernte voll in Gange, LKW an LKW, hoch beladen mit Tomaten verstopften die Straßen. Trotzdem kamen wir kurz nach Mittag in Melfi an, während mein Freund Hanni noch nie da war, versuchten Nazareno und ich mit den Straßen klar zu kommen, Ziel war die Altstadt von Melfi, nachdem wir die schnell gefunden hatten, suchten wir die Kathedrale, dann fanden wir einen Parkplatz und setzten unseren Weg in den engen Gassen zu Fuß fort. Zweimal verliefen wir uns, dann fanden wir das Haus von Alfredo Perillo, als Willkommenzeichen wurden gerade draußen an den Eingängen Blumen angebracht. Es war eine emotionale Begrüßung nach 20 Jahren, leichte Tränen der Freude gab es auf beiden Seiten. Beide hübschen Töchter, inzwischen 30 und 33 Jahre alt,  begrüßten mich als ihren verlorenen Onkel, sogar die Großmutter, inzwischen 94 Jahre alt, war zur Begrüßung dabei. Dann lud uns die Dame des Hauses zum Mittagessen ins Haus ein, es gab ein leckeres Essen, irgendwas mit Hähnchen, viel Tomaten, alles mit Käse überbacken, aber den Namen des Gerichtes habe ich leider nicht verstanden, sollte jedenfalls aus ihrer Heimat Neapel stammen. Davor hatten wir eine ebenfalls leckere Vorspeise eingenommen, zum Abschluss gab es dann wieder Marias leckeren, handgemachten Cappuccino, 20 Jahre hatte ich den vermisst. Es wurde viel geplaudert und von den letzten 20 Jahren erzählt, als Sprache wurde Englisch mit den Töchtern und teilweise Alfredo und  Italienisch mit Maria, Oma und teilweise Alfredo eingesetzt. Beide Töchter hatten Jura studiert, während die ältere Ida den Betrieb des Vaters (http://www.agenziazurich.it/pz501/default.aspx )Image

 übernahm, war Alessandra am Gericht in Potenza tätig. Alfredo hatte noch eine Überraschung, dazu mussten wir in seinen privaten Konzertsaal (Wohnzimmer) gehen, dort zeigte er uns einige Musikclips, Alessandra hatte auch noch einige Semester Musik studiert, die Familie wartete jetzt auf den Durchbruch. Eine tolle Stimme hat dieses Mädchen, sie singt zur Zeit auf Stadtfesten, Open Air Konzerten usw. (https://www.youtube.com/watch?v=WGu5e-g61RY )

 demnächst erscheint ihr erste CD.

Am Nachmittag machten wir unseren Alt – Stadtrundgang, Alfredo, Nazzareno, Hanni und ich gingen als erstes zum  Dom Santa Maria Assunta aus dem 1100 Jahrhundert, nichts hatte sich hier in 20 Jahren geändert, weder innen noch außen.Dann ging es durch Gassen weiter zur Normannisch-staufischen Burg, gebaut durch Friedrich II von Hohenstaufen, dann kreuz und quer durch kleine Gassen, da es inzwischen Dunkel wurde,  zurück zum Haus von Alfredo. Die kleinen Geschäfte in der Altstadt waren kaum verändert, vielleicht ein neues Fenster, das war aber schon alles.Alfredo hatte in einer kleinen Trattoria für den Abend einen Tisch für uns „Männer“ bestellt, nachdem wir uns alle erfrischt hatten, ging es wieder durch Gassen, bei leichtem Regen, zur Trattoria, dort wurden wir mit einem „Traditionalen Essen „ verwöhnt.Image Nach einigen Gläschen Rotwein machten wir uns auf dem Heimweg, nachdem wir das Haus erreicht hatten, wollten wir den Abend auf der Dachterrasse ausklingen lassen, gemeinsam fuhren wir in seinem gläsernen Fahrstuhl auf die Dachterrasse, dort stand schon der Rotwein bereit. Von der Dachterrasse konnte man weit über Melfi sehen, jetzt bei Nacht ein toller Anblick. Bis weit nach Mitternacht wurde über alte Zeiten geplaudert und gegenseitig versprochen, dass bis zum nächsten Besuch keine weiteren zwanzig Jahre vergehen sollen. Irgendwann zogen wir uns dann zurück, die Nacht sollte eh sehr kurz sein, denn Frühstück war gegen 8:00 Uhr geplant. Am nächsten Morgen saßen alle pünktlich am Frühstücktisch und warteten auf ein kräftiges Frühstück, es kam dann ein frisch gebackener Zupfkuchen auf den Tisch, dazu Cappuccino. Die Großmutter hatte diesen Kuchen frisch für uns Sonntagsmorgens um 6:00 Uhr gebacken, allerdings war es auch das einzige Essen was auf dem Tisch zum Frühstück kam. Es wurde noch ein wenig geplaudert, Einladungen zum Gegenbesuch ausgesprochen, dann packten wir unsere Taschen und verabschiedeten uns. Unser Gastgeber wollte uns länger da haben, versuchte uns noch zu überzeugen einen Tag zu verlängern, aber wir wollten das Wohnmobil nicht länger allein lassen. Auch hatten wir noch400 km Straße vor uns, also blieben wir „hart“ und gingen zum Auto, Alfredo kam noch bis zum Auto mit, für ihn war es ein schwerer Abschied.ImageNachdem wir Melfi verlassen hatten, ging es wieder auf der Staatsstraße 655 Richtung Foggia, auch jetzt am Sonntag waren wieder die Tomatenlaster unterwegs, die Straßen waren voll mit Erntefahrzeugen. Von Foggia ging es dann auf die Autobahn E55 Richtung Pescara und weiter bis San Benedetto del Tronto bzw. Martinsiuro. Während wir in Melfi noch ein Traumwetter hatten, war hier der Himmel völlig dunkel, ein Gewitter war in Reichweite, unser Freund Nazareno verabschiedete sich schnell, denn er musste noch zu seinem Heimatdorf in den Abruzzen fahren und dort stand das Gewitter jetzt. Morgen würden wir ihn ja schon wieder sehen, denn wir hatten ja versprochen sein kleines Bergdorf in den Abruzzen zu besuchen.

Darüber mehr im nächsten Bericht.

 

 

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Puccinis
am 12.12.2014 um 15:55 Uhr:
Das ist ja ein Bericht der Superlative! Reisetipp Melfi, Route und ein Teil aus Deinem Leben. War bestimmt ein erlebnisreicher Tag für Euch und ich beneide Euch um das italienische Hausmacheressen! (Ich wurde mit Helga auch mal zum privaten Mittagsessen eingeladen, kein Vergleich mit einem Restaurantessen!). Ein recht stimmungsvolles Titelbild hast Du da ausgesucht!LG Dieter
DonMichele
DonMichele am 12.12.2014 um 16:12 Uhr:
Hallo Helga und Dieter, ja es war schon eine tolle Reise in meine Vergangenheit, über 3 Jahre in Melfi gehen nicht spurlos an einem vorbei. Auch meine italienischen Freunde waren beim Wiedersehen gerührt, die Töchter waren bei meiner Abreise damals gerade 10 und 13 Jahre alt, heute erfolgreiche hübsche Frauen. Wenn Melfi nicht so weit weg wäre, dann kann könnte man dort toll Urlaub machen, aber wir sind komplett über 5000km in den 2 Wochen mit dem Wohnmobil gefahren. Jedenfalls werden es jetzt keine 20 Jahre mehr dauern, bis Melfi mich wieder sieht und dann für länger. Heute ist mein Weihnachtspaket der Familie Perillo gekommen, natürlich mit der Bitte, schnell wieder zu kommen und drei DVD's der Tochter Alessandra, mit Konzert-Ausschnitten. Ich hoffe, das wir uns in 2015 wieder einmal sehen werden! L.G. Michael
DonMichele
DonMichele am 12.12.2014 um 16:14 Uhr:
Noch eins, das Titelbild habe ich vor 20 Jahren aufgenommen, es hat jahrelang in meinem Büro gehangen!! L.G. Michael
TM
am 12.12.2014 um 10:40 Uhr:
Wieder ein sehr schöner Bericht von dir, aber eine Idee hätte ich für dich vielleicht noch so als kleine Anregung,bringe doch die Stationen wie Campingplätze, Stellplätze usw. in einer eigenen Google Maps Karte unter und teile diese Karte dann hier so kann man genau sehen wo du gestartet bist und lang gefahren und gewesen bist, denn die Karte hier von Caravango bietet leider nur eine von A zu B Route an.
DonMichele
DonMichele am 12.12.2014 um 10:51 Uhr:
Hallo, habe ich gemacht, gehe zurück zum Bericht 1, dort ist eine komplette Reisebeschreibung und Planung enthalten, dann folgen die die Berichte 2-5 mit den jeweiligen Campingplätzen und deren Beschribung,zusätzlich findest du die Campingplätze bei Caravango mit Beschreibung und Fotos. L.G. Michael